Projekte

Groß-Mohrdorf, Internationales Kranichzemtrum

Fläche:
ca. 400 qm
Zeitraum:
2020-2025
Auftraggeber:
NABU-Kranichzentrum
Leistungen:
Konzenption, Gestaltung, Grafik, Medien, Lichtplanung
Team:
Nina Biskup (Gestaltung und operative Projektleitung), Miriam Steff (Grafik), Manon Schulz (Medien), Dr. Ulrich Hermanns (Projektleitung)

Dauerausstellung Kranichwelten

Für das neue internationale NABU-Erlebniszentrum NABU-KRANICHWELTEN bei Stralsund haben wir eine Ausstellung konzipiert, die die herausragende Bedeutung der Kraniche sowohl als biologisches Phänomen als auch als kulturelles Symbol erfahrbar macht. Auf rund 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche führt das Besuchererlebnis durch ein vernetztes Wissensangebot zu Lebensräumen, Zugwegen, Verhaltensweisen und Schutzstrategien der Kraniche. Naturwissenschaftliche Inhalte werden dabei mit landeskulturellen Deutungen, historischen Mensch-Tier-Beziehungen und regionalen Traditionen verknüpft.

Den Ausgangspunkt der Ausstellung bilden eindrucksvolle Landschafts- und Zugvogelfotografien, insbesondere dokumentarische Aufnahmen der Kranichrastplätze am Bodden sowie charakteristischer Verhaltensweisen der Vögel. Diese Bildwelten vermitteln ökologische Zusammenhänge und machen Lebensräume sowie Zugdynamiken emotional erfahrbar. Die natürliche Faszination des Kranichzugs wird durch kulturgeschichtliche Bezüge ergänzt, die von volkstümlichen Vorstellungen der Kraniche als „Vögel des Glücks“ über regionale Jagd- und Beobachtungstraditionen bis hin zu heutigen Naturschutzbewegungen reichen.

Zur Vertiefung der Inhalte integriert die Ausstellung neben musealen Exponaten und klassischen Schautafeln vielfältige interaktive Medien. VR-Animationen, Klanginstallationen mit den Lautäußerungen aller 15 Kranicharten, digitale Quizstationen sowie ein dokumentarischer Film zu Lebenszyklen und zur internationalen Bedeutung der Arten eröffnen sowohl wissenschaftliche als auch ästhetische Zugänge zum Thema. Die mediale Vielfalt unterstützt eine anschauliche und zeitgemäße Wissensvermittlung für unterschiedliche Zielgruppen.

Der Naturraum Vorpommern wird dabei nicht nur als bedeutendes Habitat für Kraniche verstanden, sondern auch als historisch gewachsene Kulturlandschaft, in der Natur- und Kulturgüter eng miteinander verbunden sind. Bild- und Textsequenzen zu historischen Dokumentationen, Feld- und Beobachtungsfotografien sowie Zeitzeugenmaterialien werden in einen durchgängigen narrativen Zusammenhang eingebettet, der ökologische Fragestellungen stets mit lokalhistorischen Perspektiven verbindet.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der nachhaltigen Umsetzung der Ausstellung. Vorhandene Vitrinen und Displays wurden weitgehend wiederverwendet und in das neue Gestaltungskonzept integriert. So entstand eine Ausstellung, die Besucherinnen und Besucher nicht nur informiert, sondern dazu anregt, die enge Verbindung zwischen schützenswerter Natur und kultureller Identität zu erkennen, wertzuschätzen und aktiv zu reflektieren.