Ein virtuelles Museum entsteht nicht nur am Bildschirm. Man kann Espelkamp nicht am Schreibtisch verstehen. Deshalb haben wir gemeinsam mit unseren Partnern aus der Stadtverwaltung – Torsten Siemon (Leiter Sachgebiet Kultur und Öffentlichkeitsarbeit, re. i.B.) und Dr. Aaron Pfaff (Leiter Stadtarchiv, 2.v.re) – die Stadt einen Tag lang per Fahrrad erkundet, im Bild Miriam Steff (li) und Kim Nora Magdeburg (2.v.li). Vom Gelände der ehemaligen Heeres-Munitionsanstalt bis zu den ersten Siedlungsstrukturen der Planstadt ab 1947 führte uns die Route entlang zentraler Orte der Stadtentwicklung.
Vor Ort wird schnell klar, wie eng Vergangenheit und Gegenwart hier miteinander verwoben sind. Zwischen ehemaligen Funktionsbauten der Muna, umgenutzten Strukturen und den Achsen der Nachkriegsstadt entsteht ein Stadtraum, der seine Geschichte bis heute sichtbar trägt. Genau diese räumlichen Zusammenhänge sind entscheidend für die digitale Umsetzung.
Die Tour war daher mehr als eine klassische Recherche: Wir haben konkrete Positionen für Animationen, Drohnenflüge und virtuelle Modelle definiert, Blickachsen überprüft und dramaturgische Übergänge im Stadtraum entwickelt. Welche Perspektive erzählt welche Geschichte? Wo lassen sich historische Zustände besonders anschaulich rekonstruieren? Und wie können digitale Inhalte sinnvoll mit dem realen Ort verzahnt werden?
Mit vielen Eindrücken, Fotos und präzisen Ortsbezügen im Gepäck geht es nun in die nächste Phase der Umsetzung. Denn die Grundlage für ein überzeugendes virtuelles Erlebnis entsteht immer vor Ort – im direkten Blick auf die Stadt.